Kurzfassung Paul Garner, britischer Infektiologe und Emeritus Professor an der Liverpool School of Tropical Medicine, erkrankte Mitte März 2020 an COVID-19 und durchlitt mehr als neun Monate eine Achterbahn aus bizarren, wechselnden Symptomen und völliger Erschöpfung. Sein BMJ-Blogbericht vom Mai 2020 war einer der ersten Long-COVID-Erfahrungsberichte in einer medizinischen Fachzeitschrift; das Guardian-Interview erreichte binnen drei Tagen über fünf Millionen Aufrufe. Selbstverordnetes Ausruhen, ständige Symptomüberwachung (Tabellen, Garmin, „Bearable“ viermal täglich) und das Mitochondrien-Narrativ der ME-Community verstärkten seine Angst und Zermürbung. Die Tür zur Genesung öffnete eine norwegische Psychologie-Doktorandin, die selbst von postviralem CFS/ME genesen war, mit der Frage, ob er offen sei, mit dem Bewusstsein Einfluss auf die Symptome zu nehmen. Er hörte auf, Symptome zu überwachen und Krankheitsgeschichten zu lesen, suchte Freude, Glück und Lachen und baute die Bewegung wieder auf — innerhalb von zwei Wochen wieder eine Stunde Military-Fitness-Training. Ein Dengue-Rückfall im Urlaub setzte die Genesung auf die Probe: „Es ist nur ein Gefühl“ — er stand auf, duschte und nahm an der Fitness-Einheit teil, die Symptome ebbten ab; „Mir geht es jetzt gut.“