Kurzfassung Jann Zosso, Physik-Doktorand und heute Postdoktorand an der Uni Bern und dem Niels-Bohr-Institut in Kopenhagen, erkrankte im Oktober 2023 drei Wochen nach seiner zweiten Covid-Infektion; im Januar 2024 lautete die Diagnose Long Covid, in der Reha-Klinik dann „Long Covid im Sinne von ME/CFS“. Trotz bestem Pacing, verdunkeltem Zimmer und wochenlangem Meditieren verschlechterte sich der Zustand unaufhaltsam: zeitversetzte Crashs „zum Teil wie eine Folter“, Rollstuhl, Lesen unmöglich, Panikattacken und Momente, „da dachte ich mir ernsthaft, dass ich nicht mehr lange so würde weiterleben wollen“. In der auf Long Covid spezialisierten Reha-Klinik Gais galt Jann als einer der schlimmsten Fälle; das dort gelehrte symptomfokussierte Pacing und die Energiemanagement-Schulung halfen nicht und widersprachen direkt den später wirksamen Strategien. Der Wendepunkt war Paul Garners Guardian-Artikel über neuroplastische Symptome, den Partnerin und Schwester vorlasen, weil eigenes Lesen unmöglich war. Mit Pain Reprocessing Therapy (Alan Gordons „Wege aus dem Schmerz“, Curable-App und deren deutschsprachiges Pendant HELP), Somatic Tracking, ausgetricksten Triggern (Tanzen statt Gehen, Duschen im Musiktakt), Emotionsarbeit und einer Grundhaltung der Gelassenheit löste sich die Angst vor den Symptomen. „In etwas mehr als zwei Monaten vom Rollstuhl wieder auf den Gipfel eines Berges“; seit September 2024 (100-%-Stelle) bezeichnet Jann sich als „vollkommen genesen ohne jegliche bleibende Einschränkungen“ (Update Januar 2026).