Kurzfassung Mit 33 Jahren erhielt Alice nach über einem Jahrzehnt des Rätselns die Autismus-Diagnose — privat in Frankreich, per Videokonsultation, nach 3–4 Monaten Wartezeit, ca. 400 € Selbstkosten, Verfahren nach ADOS-2 und ADI-R plus einen Sensorik-Fragebogen und den CAT-Q-Fragebogen zum Masking, zwei Interviews über ihre Kindheit mit ihrer Mutter und einen 15-seitigen Bericht. Die Diagnose erklärt für sie, warum klassische Psychotherapien nie wirklich ansetzten und ihr überlasteter, überangepasster Körper nach Covid den Kollaps erlebte. Sie versteht sie als Kompass statt als Vorwand: kein Anlass, an der Selbstentwicklung aufzuhören, sondern ein Tor zu echtem Selbstmitgefühl und zu einem Leben, das zu ihr passt. Die autistischen Merkmale (Hypervigilanz, Reizempfindlichkeit, soziale Isolation, Traumaanfälligkeit) trugen ihrer Sicht nach zur chronischen Nervensystemdysregulation bei, die einen Zusammenbruch nach Covid wahrscheinlicher machte. Sie betont ausdrücklich die Spannbreite: Ihre Merkmale sind mit kleinen Anpassungen beherrschbar — schwere Verläufe von Autismus vergleicht sie nicht.